Eines der häufigsten Probleme in der Zusammenarbeit mit den Kunden ist der Austausch von strukturiertem Text. Fast alle Kunden schreiben ihre Texte zwar mit halbwegs aktuellen Versionen von Microsoft Word, doch nur ganz wenige arbeiten konsequent und sauber mit Formatvorlagen, sondern verwenden lieber die naheliegenden Werkzeuge wie Schriftskalierung und fett/kursiv.

Heraus kommen Textdokumente, die man meistens erst einmal in einem Plaintext-Editor komplett flach machen muss, um sie dann in InDesign zu übertragen, wo man dann die Gliederung mühsam wieder herstellen muss. Einfacher wäre es, die in Word vorhandenen Formatvorlagen direkt in InDesign zu übernehmen. Das ist technisch auch gar kein Problem – allein, wenn die Formatvorlagen ignoriert werden, hat das auch keinen Sinn.

Der Schlüssel zur Lösung dieses Dilemmas heißt XML. Seit der Version 2003 ist Microsoft Word in der Lage, mit XML-Dokumenten umzugehen. Diese Funktionalität besitzt aufgrund seiner mangelhaften Implementation zwar immer noch keinen besonders guten Ruf, kann aber etwas Tolles:

Mit einem entsprechend präparierten XML-Dokument als Vorlage kann man komplett verhindern, dass der Kunde eigenmächtig irgendwelche unsemantischen optischen Experimente wagt. Die entsprechenden Buttons für fett und kursiv sind schlicht ausgegraut! Der Vorlagenersteller legt lediglich ein paar Formatvorlagen fest, die genutzt werden dürfen, darüber hinaus sperrt sich das Programm – großartig!

Ein solches Stück XML sieht in Reinform so aus:

  1. <?xml version="1.0" encoding="UTF-16"?>
  2. <?mso-application progid="Word.Document"?>
  3. <?xml-stylesheet type="text/xsl" href="xml2wordml.xsl"?>
  4. <dokument>
  5. <hlblau>Ich bin eine blaue Überschrift</hlblau>
  6. <text>Ein völlig normaler Abschnitt mit Text.
  7. Er enthält keine spezielle Formatvorlage in Word, sondern
  8. lediglich im XML-Dokument das Element "Text".</text>
  9. <hlgold>Hier haben wir eine goldene Headline</hlgold>
  10. </dokument>

Damit man in Word auch ein visuelles Feedback hat, wie die ganzen Formatvorlagen ungefähr aussehen sollen, benötigt man ein entsprechendes XSL-Stylesheet, das Word beim Öffnen der XML-Datei zuweist. Und auch beim Abspeichern muss man eine XSL-Datei bemühen, um die Daten vom internen WordML-Format wieder in eine vernünftige, lesbare XML-Form zu bringen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe vor etwa eineinhalb Jahren mal ein solches Set von Dateien erstellt, mit dem der Word-XML-Workflow ein wenig einfacher werden kann. Sie können sich die drei Dateien herunterladen und ein wenig damit spielen, das Ganze an Ihre Bedürfnisse / Ihren Workflow anpassen! Ich habe die XSL-Dateien ein wenig kommentiert, so dass man erkennen kan, nach welcher Systematik das funktioniert. Viel Spaß!

Hier geht’s zum Download: WordXML.zip

Kommentare (1) 22.05.2007, gerritvanaaken

Update 6. April 2009: (Danke an Emanuel Bielski)

Bearbeitbare Vektorgrafiken mit sehr guter Kantenglättung sind in PP/ MSO kein Problem!

Die Lösung findet sich (doch) im EPS-Format und den Microsoft-Zeichnungselementen, es scheint sogar System dahinter zu sein.

Export: Es sollte immer darauf geachtet werden, dass beim Zeichnungsexport genau genug aufgelöst wird, um zu verhindern, dass Feinheiten wie Zahlen zu Vierecken verunstaltet werden..

Import:
Wird ein EPS in MSO importiert, wird es zunächst als Bild (Pixelgrafik) behandelt und nicht geglättet. Das hat den Vorteil, dass es sich z.B. in Word beschriften lässt, zum Beispiel damit man daraus ein Abbildungsverzeichnis erstellen kann und wahrscheinlich noch ein paar mehr.
Um eine Kantenglättung zu erreichen, mus man die eps nun über den Kontextmenüpunkt “Bild bearbeiten” in ein MS-Zeichnungsobjekt überführen. Wenn man die Gruppierung aufhebt, kann man den Rahmen entfernen (rechts auf den Rahmen klicken, um die Linie zu formatieren und Farbe wegklicken) und die Objekte bearbeiten. Man sollte die Gruppierung allerdings nicht zweimal aufheben, da dann z.B. auch Quadrate aufgelöst werden.
Der Speicherbedarf ist auch vertretbar.


Update: Eben haben wir entdeckt, dass es doch ein Vektorformat gibt, mit sich quasi alle Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen: EMF. Dies steht für Enhanced Metafile und stellt eine Erweiterung des klassichen Windows Metafile dar, allerdings inklusive der Möglichkeit, mit Bezierkurven zu arbeiten. Somit gestaltet sich der von uns praktizierte Workflow für druck- und bildschirmoptimierte, auch nachträglich manipulierbare Vektorgrafiken wie folgt:

  1. Maximale Vereinfachung der Grafik in Illustrator (Pfadverknüpfungen auflösen, Schriften in Pfade, Gruppierungen vereinfachen, usw…)
  2. Export der Grafik als EMF
  3. Einfügen der Datei in PowerPoint
  4. Gruppierung aufheben
  5. Unsichtbaren, umschließenden Container löschen
  6. Nach belieben Umfärben
  1. Glücklich sein!

Alte Version vom 30.4.2007

Am heutigen ruhigen Brückentag bleibt Zeit für ein wenig Grundlagenforschung in Sachen PowerPoint und Grafikdesign :-) Here we go!

Microsofts Präsentationssoftware hat so seine rechte Not mit Vektorgrafiken. Allgemein können wir aus der Praxis heraus empfehlen, mit PNG-Grafiken oder JPG-Fotos zu arbeiten. Manchmal jedoch müssen es zwingend Vektorgrafiken sein. Dies kann zwei Gründe haben:

  • Die Dateien sind vor allem für den Druck gedacht. Hier müssen Logos und andere Grafiken gestochen scharf sein, um dem Medium gerecht zu werden. Pixelgrafiken haben im Druck oft ausgefranste Kanten, wegen der Kantenglättung oder des Farbrasters.
  • Man möchte die Grafik innerhalb von Powerpoint bequem editieren. Vor allem bei schematischen Landkarten kommt dies häufig vor. Pixelgrafiken sind aber Endformate und von daher nicht editierbar

Leider gibt es m. E. zurzeit keine Lösung, die in allen Fällen optimal ist. Dennoch seien hier einmal unterschiedliche Ansätze genannt, die ihre Berechtigung haben. Wir gehen dabei von Adobe Illustrator als Quellanwendung aus – man kann das aber sicher auch auf andere Software übertragen:

  • Export und Import als Illustrator-EPS. Hier kommt es auf die Version an, man sollte beim “Speichern unter” darauf achten, dass Version 8 eingestellt ist, nicht etwa CS2! Vorteil: Gestochen scharfer Ausdruck. Nachteil: Relativ große Datenmenge, nicht editierbar, keine Kantenglättung auf dem Screen.
  • Export und Import als Windows Metafile (WMF). Dies ist das hauseigene Microsoft-Austauschformat für Vektorgrafiken und bietet sich von daher an. Vorteil: Kann durch Ungruppierung editierbar gemacht werden, Kantenglättung am Screen, skaliert für den Druck. Nachteil: Komplexere Grafiken mit vielen Rundungen sehen scheußlich aus, weil WMF keine Bezierkurven kennt.

Natürlich haben wir probiert, ein Illustrator-EPS einzufügen und dann in eine editierbare MS-Office-Vektorgrafik umzuwandeln. Dies funktioniert sogar auch. Doch beim Konvertieren verwendet PowerPoint leider das WMF-Format, und alle Kurven sind kaputt. Dann nimmt man lieber gleich echtes WMF – dann sind die Vektoren noch ein wenig sauberer und lassen sich besser handeln.

Kommentare (3) 22.05.2007, gerritvanaaken

Gernot Poetsch stellt auf dem Webmontag in Köln sein kleines Nebenprojekt mit dem Arbeitstitel “Readomatic” vor:


In diesem Video sieht man sehr schön, wie man mit CSS-Userstylesheets und der WebKit-Technologie aus einer Webanwendung so etwas ähnliches wie eine Desktop-Anwendung machen kann. Ein wirklich spannendes Projekt, bei dem ich als Beta-Tester ein bisschen mit involviert bin!

Herunterladen kann man sich die erste alpha-Version übrigens seit genau jetzt: Readomatic

Kommentare (0) 18.05.2007, gerritvanaaken

Wenn gerade keine dringenden Dinge für Kunden zu erledigen sind, basteln wir weiter an der Verbesserung unseres hauseigenen CMS. Hier sehen wir eine JavaScript-lastige Möglichkeit, die Sitemap komplett zu reorganisieren.

Kommentare (0) 16.05.2007, gerritvanaaken

Am 23. Mai wird im KUZ der Helvetica-Film gezeigt, der für alle Designer Pflichtprogramm sein sollte und schon einige gute Kritiken bekommen hat! Ein paar Clips aus dem Film gibt’s hier.

Helvetica is a feature-length independent film about typography, graphic design and global visual culture. It looks at the proliferation of one typeface (which is celebrating its 50th birthday this year) as part of a larger conversation about the way type affects our lives. Helvetica will screen at film festivals, museums, design conferences, and cinemas worldwide, followed by the DVD release this fall.

Wer Lust bekommen hat, kann hier schon mal reservieren

Nachtrag: Der Regisseur Gary Hustwit wird ebenfalls anwesend sein, um nach dem Film den Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Danach geht es weiter mit einer Afterparty bis in die frühen Morgenstunden, ebenfalls im KUZ.

Kommentare (0) 15.05.2007, gerritvanaaken

Heute war ich mal für einen Tag in Berlin, um ein “Special Event” mitzuerleben, das von Lycos Europe veranstaltet wurde. Was tut man nicht alles, um der Bloggerchronistenpflicht gerecht zu werden? Außerdem hat Lycos den Flug bezahlt, die Häppchen waren lecker und die Catering-Mädels charmant. Der Rahmen stimmte also, aber hielt das Event auch, was es versprach? Ja und nein.

Worum ging es eigentlich? Lycos startet eine neue Plattform (was sonst?), die Teil von Lycos IQ ist und – grob gesprochen – “user generated discussions” zu beliebigen Themen ermöglichen soll. Nun ist das Internet als solches nicht gerade das Medium, in dem nicht schon seit einem Vierteljahrhundert lebhaft diskutiert würde, Stichwort Usenet und klassische Foren. Doch das hinderte den Produktchef Johannes Grabisch nicht daran, irgendwelche Superlative mit “weltweit erste moderierte Diskussionsplattform” in seine Begrüßungsrede einzubauen. Sei’s drum. Immerhin gibt es ein witziges Detail: Die Diskussionen sind zeitlich begrenzt und einzelne Argumente werden von den Teilnehmern bewertet, so dass am Ende tatsächlich entweder Pro oder Contra als Gewinner hervorgeht.

Das neue Produkt nennt sich folgerichtig “Lycos IQ Pro&Contra” und ist unter der Sub-Sub-Domain pc.iq.lycos.de zu erreichen. Wenn das mal nicht kompliziert ist. Ich hätte das Ding ja nicht als Submarke von IQ angelegt, sondern als gleichwertige Marke daneben. Aber angeblich ist die Plattform aus einem praktischen Bedürfnis der IQ-Community heraus entstanden. Die aktiven IQ-Nutzer haben offenbar ihre Plattform häufig dafür missbraucht, Diskussionen zu führen statt eindeutige Fragen zu stellen, auf die es eindeutige Antworten gibt. Dieses Bedürfnis soll nun offiziell befriedigt werden.

Prinzipiell will ich gar nicht soviel über die Plattform selber schreiben – da ist sicher das letzte Wort im Hinblick auf fragwürdige Features, Design und Usability noch nicht gesprochen. Und da praktischerweise die Macher anwesend waren, konnte ich meine Kritik auch gleich an geeigneter Stelle loswerden. Insgesamt: Vom Hocker haut mich das nicht unbedingt. Mehr Infos hier.

Viel spannender als die etwas dröge und unpersönliche Produktpräsentation – mit Stargast Michel Friedmann und ein paar Selbstbeweihräucherungs-Folien über Lycos IQ im Allgemeinen – war jedoch wie immer das Kuscheln im Anschluss! Zusammen mit Robert Basic, dem vicinia Macher Silab Kamawall und drei sympatischen Lycos-Leuten plauderten und fachsimpelten wir noch lange und ausgesprochen interessant über dies und das, und ich gewann einen Einblick in die Online-Welt außerhalb der Blogosphäre, sowie das Leben als Lycos-Angestellter. Ein Realitätscheck erster Güte. Ja, es gibt Leute, die kein Blog haben. Ja, diese Leute treffen sich trotzdem online und diskutieren. Ja, Lycos wird tatsächlich dafür benutzt. Und ist in irgendeiner Kategorie bestimmt auch Marktführer.

Michel Friedmann

In meiner bisherigen Wahrnehmung fand Lycos aber definitiv nicht statt. Denn trotz der starken Marke (die mit dem schwarzen Hund) – kein Mensch hat eine Lycos-E-Mail-Adresse, das Portal ist nur eines von Dutzenden mit identischem Inhalt und Services, und überhaupt: Sind Google und Yahoo nicht viel mehr sexy? Welche Rolle spielt Lycos überhaupt noch?

Nun habe ich drei Mitarbeiter kennen gelernt und dabei erfahren, dass es durchaus Internetplattformen geben kann, die in der Blogosphäre kaum eine Rolle spielen und trotzdem als erfolgreich gewertet werden können. Buzz in Blogs kann also nützlich sein, ist aber kein hinreichender Erfolgfaktor. Und: Man ist sich durchaus bewusst, dass man nicht sexy ist. Aber man plant auch, es wieder zu werden! Mehr sinnvolle und originelle Webservices, weniger klassisches Portal – so scheint mir die Devise zu sein. Gut so.

Alles in allem danke ich Lycos für einen sehr interessanten und kuscheligen Tag in Berlin, der mir gezeigt hat, dass es durchaus intelligentes Leben außerhalb der Blogwelt gibt. Also: Scheuklappen abgelegt! Persönlich nutzen werde ich IQ natürlich dennoch nicht, ganz einfach, weil ich einfach der Idee des dezentralen Diskutierens so sehr verbunden bin, dass ich mich nur schwer an den Gedanken gewöhnen könnte, dieses auf eine zentrale, kommerzielle Plattform auszulagern. Ob “Pro und Contra” dennoch ein Erfolg wird? Schwer zu sagen, aber größeres Potenzial als bei debatte.welt.de sehe ich allemal!

update: Aktuell ist die Seite von Pro&Contra leider down. Wahrscheinlich noch ein paar Bugs zu fixen.

Kommentare (1) 11.05.2007, gerritvanaaken

Wir zeigen die Welt, wie sie ist” – Das Mainzer Unternehmen “Interaktive Kommunikation” produziert in erster Linie Dokumentarfilme aus den entlegensten Regionen der Erde, darunter sowohl Krisengebiete als auch wahre Paradise – manchmal beides in einem.

Spannender Stoff für eine Website, auf der neben der obligatorischen Firmendarstellung auch alle Filme mit Bild und Textzusammenfassung zu entdecken sein sollten. Heute ging die Website online und besticht mit reduzierter Optik und klarer Benutzerführung. Auf dem dunklen Hintergrund kommen die fantastischen Fotos sehr gut zur Geltung.

Auf der technischen Seite kommt das CMS Textpattern zum Einsatz, mit dem die spätere Inhaltspflege kein Problem mehr darstellt. Die Templates bestehen aus feinem XHTML/CSS mit einigen “unaufdringlichen” JavaScript- und Ajax-Effekten, die per jQuery realisiert wurden.

Kommentare (1) 09.05.2007, gerritvanaaken

3st digital agenturblog

Im 3st digital agenturblog schreiben unsere Mitarbeiter über Trends, Tipps und Beobachtungen rund um das moderne Web. 3st digital ist eine Mainzer Webdesignagentur.

SYNFONI – Das Projektportal

Autoren

Alex Knaub
Stanislav Müller
Tobias Rehn
Florian Kosiol